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Das Leid der Musikschulen

January 31st, 2022 Posted in Familie & Erziehung Tags:

Wenn Kinder sich etwas in den Kopf setzen, dann bleibt es dort auch. Zumindest vorläufig, bis das Vorhaben durch ein neues ersetzt wird. So geschehen neulich bei meiner Tochter. Sie muss nun unbedingt ein Instrument lernen. Alle ihre Freunde können irgendein Instrumen spielen. Also muss ich sie in einer Musikschule anmelden. Soweit die Theorie.

Die Umsetzung in die Praxis gestaltete sich allerdings etwas schwieriger. Bei uns gibt es gleich mal gar keine Musikschule. Die nächste befindet sich etwa 10 Kilometer entfernt in einem kleinen Dorf. Gut, das ist jetzt nicht die größte Entfernung und heutzutage problemlos machbar. Allerdings: Derzeit findet dort gar kein Präsenzunterricht statt.

Passend zur aktuellen Lage unterrichtet diese Musikschule momentan ausschließlich online. Wahrscheinlich wird das bei den meisten Musikschulen so sein. Schaut man einmal quer durchs Internet, findet man diese Angabe auch bei www.musikstudio-wandsbek.de in Hamburg und vielen anderen Musikschulen.

Nun gut, aber kann man so wirklich lernen, ein Instrument zu spielen? Ich erinnere mich an meine Kindheit in tiefsten DDR-Zeiten. Ich besuchte die Musikschule zweimal die Woche. An einem Tag fand der theroretische Unterricht statt. Dort wurden insbesondere die Noten gelehrt und gelernt. Allerdings kann ich mich auch an Gesang erinnern. Vielleicht habe ich aber auch einfach zwei Kurse besucht…

Ich habe Klavierunterricht erhalten und zwar als Einzelunterricht. Dieser bestand aus mindestens einer praktischen Stunde in der Musikschule. Dazu kamen unzählige mehr oder weniger freiwillige Übungsstunden am Klavier daheim. Dennoch ist aus mir leider keine große Pianistin geworden. Zwar beherrsche ich bis heute noch die Noten. Das Klavierspielen selbst habe ich allerdings aufgegeben.

Daher nun meine Zweifel, ob Musikunterricht online funktionieren kann. Meine Tochter hat sich praktischerweise vorerst für die Blockflöte entschieden. Das Einstiegsinstrument schlechthin. Praktisch ist, dass ich auch dieses Instrument spielen kann. Ich habe mir das vor mehr als 30 Jahren selbst angeeignet mit Hilfe von “Fachliteratur”. Die Noten und Griffe sitzen auch heute noch. Was ich geschafft habe, wird doch meine Tochter auch schaffen oder?

Inzwischen gibt es viel mehr Anleitungen für die Blockflöte, als mir damals zur Verfügung standen. Ob man die alle brauchen kann, sei mal dahingestellt. Wir haben uns erst einmal für eines dieser Hefte entschieden. In der Theorie scheint das auch gut zu funktionieren. Die ersten Töne und Griffe sitzen und teilweise kommen auch brauchbare Melodien aus der Flöte meiner Tochter.

Aber wie eingangs erwähnt: Die Euphorie ist schnell verflogen. Ein Instrument spielen (zu wollen) ist wohl aufwendiger als gedacht. Und so bin ich insgeheim auch ein wenig froh darüber, dass es mit der Anmeldung an einer Musikschule nicht geklappt hat. Mal sehen, wie lange die Blockflöte noch zum Einsatz kommt, bevor sie in der hintersten Ecke einer Schublade einstaubt.

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