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Freud und Leid

GrabsteinIch mag den Februar nicht. Es ist recht einfach und kurz zu begründen: Dieser Monat erinnert mich jedes Jahr aufs neue an den Tod meiner Urgroßmutter und meines Vaters. Sicherlich hat das nicht wirklich etwas mit dem Monat an sich zu tun, aber Jahrestage aller Art vergisst man leider nicht.

Andererseits ist in diesem Februar auch wieder alles anders. Heute hatten wir auf der Terrasse sensationelle 30 Grad und strahlenden Sonnenschein; von Schnee im ganzen Erzgebirge weit und breit keine Spur. Anders vor eben vielen Jahren, als mein Vater genau im Februar beim Skifahren einen Herzinfarkt erlitten hat, an dem er verstorben ist.

Mit Trauer gehen Menschen sehr verschieden um. Ich gehöre zu den Menschen, die darüber schlecht reden können. Nein, ich mag gar nicht darüber sprechen. Genau aus dem Grund mag ich auch weder Beerdigungen an sich (vor allem die dabei gehaltenen Reden) sowie die anschließenden Trauerfeiern. Schon der Begriff widerspricht sich doch oder?

Klar ist es schön, wenn man gemeinsam nochmal an den Verstorbenen denkt und sich die ein oder andere Geschichte erzählt, die man vielleicht zusammen erlebt hat. Meist entdeckt man dabei sogar noch ganz neue Seiten an der Person, die man so vielleicht vorher gar nicht kannte. Nur leider ist es dann schon zu spät, sich auf die Suche danach zu machen.

Ich verarbeite meine Trauer lieber für mich allein, obwohl das sicherlich nicht die beste Lösung ist. In speziellen Internetportalen kann man virtuelle Kerzen anzünden oder sich im Kondolzenbuch verewigen. Solche Portal gibt es häufig regional wie eben für Sachsen oder auch für Franken auf trauer.infranken.de. Dort kann jeder seine Gedanken an den Verstorbenen hinterlassen und sogar mit Bildern und Geschichten untermauern.

Letzteres geht mir dann auch schon wieder zu weit, denn ich muss nicht Fotos und Erlebnisse teilen, wohlmöglich mit Menschen, die ich gar nicht kenne. Meine Trauer bleibt eben doch in mir drin und kommt allenfalls in Form eines Kerzenlichtes oder einem Blumenstrauß auf dem Grab am Jahrestag oder zu anderen Anlässen mal aus mir raus – wenn man das so nennen kann.

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