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Ein Reißwolf im Haus

AktenvernichterIm Laufe der Jahre haben sich bei uns jede Menge Unterlagen in Papierform angesammelt. Ordentlich wie ich bin, sortiere ich immer alles fein säuberlich in verschiedene Ordner, je nach Thema. Mein Mann nennt das immer: “Knicken, Lochen, Abheften”. Er beschäftigt sich gar nicht mit solchem Schreibkram und ist froh, dass ich in meinem Ablagesystem durchsehe und alles recht schnell wiederfinde, wenn er mal was braucht.

Doch auch der breiteste Ordner ist eines Tages mal voll – Zeit zum Aussortieren. Häufig braucht man einen Großteil der Unterlagen gar nicht mehr. Was sich da alles ansammelt… Und vieles hebt man auf, obwohl man vielleicht nicht mal müsste. So ist das eben bei Buchhaltern, die Aufbewahrungsfristen werden akribisch eingehalten Zwinkerndes Smiley

Doch wohin mit dem Altpapier?

Ich habe vor einiger Zeit mal eine Reportage im Fernsehen geschaut, wo es darum ging, wie leichtfertig die Leute mit ihren Unterlagen untergehen. Wenn sie diese nicht mehr brauchen, werfen sie sie einfach in die blaue Tonne. Rechnungen, Tankbelege, Einkaufsquittungen und Kontoauszüge – alles landet einfach im Altpapier. Ganz ehrlich, bis zu diesem Fernsehbericht habe ich mir darüber auch keine Gedanken gemacht und meine alten Belege auch so entsorgt.

Das Problem beginnt, wenn sich jemand an der Altpapiertonne zu schaffen macht und einfach mal einen Packen Unterlagen mitnimmt. Was er darauf alles finden kann:

  • meinen Namen samt kompletter Anschrift, vielleicht sogar Telefonnummer
  • Bankverbindung (ja ja, die steht auf vielen Tankbelegen und Einkaufszetteln drauf, wenn man mit EC-Karte bezahlt) und
  • viele andere Daten, die man im Laufe seines Lebens so preisgibt.

In der TV-Reportage wurde nachgestellt, was ein Betrüger mit diesen sensiblen Daten anstellen kann; es war erschreckend. Mich jedenfalls hat der Bericht nachdenklich gestimmt, und ich habe mir wenig später einen kleinen Aktenvernichter für mein Büro zugelegt.

Der erinnert mich ein wenig an meines Ausbildungszeit, bei der ich im Steuerbüro teilweise tagelang alte Unterlagen schreddern musste. In dieser Branche ist es wichtig, die Akten sicher zu entsorgen, schließlich stehen jede Menge Zahlen und sonstige Dinge in einer Steuererklärung oder einem Jahresabschluss. Und es ist wesentlich billiger, einen Azubi für einige Zeit an einen Reißwolf zu stellen und ihn damit zu beschäftigen, als die Unterlagen von Profis entsorgen zu lassen. Die würden die kompletten Akten in einem Sicherheitsbehälter vor Ort abholen und zu einem riesigen Schredder transportieren. Noch dazu hätte man sogar ein Zertifikat über die erfolgte Vernichtung der Belege.

Gut, das brauche ich zu Hause nicht für meine paar Rechnungen und Schreiben. Die kann ich auch durch meine Tochter vernichten lassen, die hat besonders viel Freude an Papierschnipseln. Und nach ihrer “Bearbeitung” kann ich so gut wie sicher sein, dass keiner mehr in meiner Altpapiertonne fündig wird auf der Suche nach interessanten Daten.

One Response to “Ein Reißwolf im Haus”

  1. Ich halte schon seit Jahren ganz viel davon, alles in Streifen schnippeln zu lassen. Wir besitzen immer noch den alten Aktenvernichter, aber so langsam gibt der seinen Geist auf.

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