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Nur Bares ist Wahres

EnergieversorgungIch greife heute mal wieder das Thema Strom und Gas auf, weil ich damit doch permanent umgeben bin, nicht nur im eigenen Haushalt (abgesehen davon, dass wir dank Pelletheizung nicht mit Gas heizen) sondern eben auch im Berufsalltag. Immer wieder sehe ich dabei die dubiosesten Vertragsgestaltungen und Tarifvarianten, die auf dem Papier erst einmal gut klingen, sich aber in Wirklichkeit als Flop erweisen.

Geworben wird häufig mit Bonuszahlungen und teilweise sogar kostenlosen Kilowattstunden. Klingt toll und dank solcher Lockangebote findet man solche Anbieter auch immer ganz weit oben in den gängigen Preisvergleichen. Es macht schon einen Unterschied, ob man eine monatliche Grundgebühr zuzüglich Verbrauchspreis zahlen muss oder ob man nach einem Jahr einen tollen Bonus von X Euro erhält, der die Gesamtkosten für Strom oder Gas natürlich reduziert. Allerdings auch nur dann, wenn man diesen Bonus tatsächlich erhält.

Ich habe beim Vergleich mehrerer Strom- bzw. Gasanbieter – mit Bonussystem – bei einem mir bis dato völlig unbekannten Gaslieferanten folgende Formulierung gefunden:

Der Bonus wird prozentual zu den Gesamtkosten des tatsächlichen Verbrauchs berechnet, höchstens jedoch auf Grundlage des bei Vertragsschluss vom Kunden angegebenen voraussichtlichen Jahresverbrauchs.

Das versteht kein Mensch oder? Um es Euch an einem Beispiel aus der realen Praxis zu verdeutlichen: Versprochen wurde bei Vertragsabschluss ein Bonus von 300 Euro, wenn durch den Kunden im Jahr insgesamt 35.000 kWh Gas abgenommen bzw. verbraucht werden. Natürlich ist so ein Angebot verlockend. Problem nur: diese Abnahmemenge wurde nicht erreicht, sondern mit knapp 30.000 kWh Gas geringfügig unterschritten (um reichlich 14 %).

Ihr möchtet jetzt nicht wirklich wissen, wie hoch der Bonus in diesem Fall tatsächlich ausgefallen ist; ich sage es Euch trotzdem: es wurden sage und schreibe 10 Euro Bonus auf der Jahresabrechnung berücksichtigt. Und wenn man das mal nachrechnet: 10 Euro von 300 Euro sind 3 Prozent. Das ist nicht nachvollziehbar oder? Jemand verbraucht nur 86 Prozent der geplanten Gasmenge (was ja an sich eigentlich lobenswert ist) und erhält vom versprochenen Bonus nur noch 3 Prozent? Sollten es dann nicht wenigstens ebenso die 86 Prozent sein?

Besonders brisant an diesem Fall aus der Praxis: bevor der Kunde bei diesem Anbieter landete, war er bei TelDaFax. Dort bezahlte man den Strom bzw. das Gas für ein Jahr im Voraus – also per Vorkasse. Damit war man auf einen Schlag erst einmal mehrere hundert oder tausend Euro los, musste sich aber vorläufig nicht weiter kümmern. Man hatte ja schon für das ganze Jahr bezahlt. Freudig wurde die Abrechnung samt Bonus erwartet. Die kam auch, allerdings war TelDaFax zu diesem Zeitpunkt insolvent – die Vorauszahlung damit weg (genau wie der Strom) und ein Guthaben existierte nur noch auf dem Papier. Dumm gelaufen.

Was ich damit eigentlich sagen möchte: keiner hat etwas zu verschenken. Ich halte absolut nichts von Bonuszahlungen, die mir versprochen werden, wenn ich dies oder das einhalte und dann auch erst in einem Jahr ausgezahlt werden. Entweder gleich oder gar nicht. Mein Mann sagt immer

“nur Bares ist Wahres”

und da ist sehr viel dran. Es gibt so viele Anbieter, von denen günstiges Erdgas oder günstiger Ökostrom zu beziehen ist – mit einem ganz übersichtlichen und einfachen Tarifsystem, das meist aus

  • festem monatlichen Grundpreis und
  • Verbrauchspreis je Kilowattstunde

besteht. Mit diesen beiden Werten und dem eigenen Verbrauch kann man sofort ermitteln, wie hoch die Kosten für Gas oder Strom sind. Und diese Werte kann man auch problemlos mit anderen Anbietern und deren Tarifen vergleichen. Schaut bei solchen Vergleichen einfach mal genauer hin und  lasst Euch nicht von angeblichen Bonuszahlungen locken. Und schon gar nicht von Angeboten mit Vorkasse, auch wenn sie noch so günstig sind. Beide von mir geschilderten Fälle haben sich wirklich so zugetragen und ich möchte nicht, dass mir jemand von Euch einen ähnlichen berichtet…

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