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Sicher unterwegs im Internet

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Dass Surfen im Internet seine Gefahren mit sich bringt, wissen wir wohl alle nicht erst seit gestern. Bisher hielt ich meinen PC mit Virensoftware, Anti-Spyware und Firewall für ausreichend geschützt vor Angriffen und Bedrohungen von “außen”. Außerdem vermeide ich weitestgehend Downloads aller Art und das Öffnen der E-Mails von mir unbekannten Absendern.

Das alles half nichts – vor einigen Wochen musste ich feststellen, dass sämtliche Sicherheitsvorkehrungen lahmgelegt waren und nicht mehr funktionierten. Ja, das komplette Sicherheitscenter hatte seinen Dienst eingestellt, kein Virenfilter, keine Firewall – nichts mehr. Oha, da half nur das Formatieren des ganzen PCs und eine Neuinstallation der Programme.

Die größte Bedrohung für meinen PC stellt aber sicher in wenigen Jahren meine eigene Tochter dar. Irgendwann wird sie auch auf ihr Recht bestehen, daran arbeiten zu dürfen und sich durch das World Wide Web zu bewegen. Spätestens mit Schuleintritt wird es soweit sein, denn heutzutage lassen sich Hausaufgaben ja offensichtlich nur noch mit Hilfe des Internets erledigen. Warum eigentlich?

Früher ging man in die Bibliothek, wenn man nicht weiterwusste und holte sich ein Buch, um sich weiteres Wissen aneignen. Heute wird schon vorausgesetzt, dass man sich Arbeitsmaterialien aus dem Internet runterlädt. Zu welchen Problemen das führen kann, musste ich während meines Studiums erfahren. Dort sollte man sich für die Marketingvorlesungen das Skript aus dem Internet laden und ausdrucken – stolze 500 Seiten – das ist ein halber Packen Standard-Druckerpapier.

Das Papier war nicht das Problem, eher die benötigte Technik. Ich besaß zwar einen PC, aber als ehemaliger Ossi war das in meinem Fall ein C64, der allemal für verpixelte Spiele geeignet war. Internet, was ist das? Mein 9-Nadel-Drucker schaffte knapp eine Seite Ausdruck pro Minute, das Farbband (ja sowas gab es mal) hätte vielleicht einige Dutzend überstanden. Wie sollte ich bis zur nächsten Vorlesung also mehrere hundert Seiten drucken?

Die Technik hat sich weiterentwickelt, zum Glück auch ich. Während ich damals noch auf die Unterstützung meiner Kommilitonen angewiesen waren, kann ich derzeit computer- und internettechnisch ganz gut mithalten und sogar bloggen. Aber zurück zu den Gefahren durch bzw. auch für Kinder. Im Internet gibt es jede Menge davon, die ein Computer-Experte sehr treffend zusammengefasst hat:

“Manche Kids tappen in die Abo- oder Werbefalle, andere sehen nicht jugendfreie Bilder oder gewaltverherrlichende Videos, die sich sofort im Gedächtnis verfestigen. Wieder andere installieren aus Unwissenheit beim Download eines neuen Spiels einen Computervirus aus dem Familien-PC und manche chatten gutgläubig mit falschen Freunden, die sich online für etwas ausgeben, was sie in der Realität gar nicht sind.”

Die aktuelle Diskussion um Kinder, die (angeblich) illegal Musik auf ihren PC geladen oder besser gesagt anderen angeboten haben, sollte uns vielleicht alle ein wenig sensibler für dieses Thema machen. Sicher ist es erfreulich, dass man als Elternteil nicht grundsätzlich dafür haftet, dennoch hat man im Fall der Fälle bestimmt jede Menge Ärger am Hals, den man vermeiden könnte.

Da Kinder und Jugendliche von Natur aus neugierig sind, kann man dem “Surfen auf Abwegen” wahrscheinlich nur mittels sogenannter Internet Kindersicherung entgegenwirken. Die hat etliche Vorteile:

  • Sperren von (vermeintlich) jugendgefährdenden Seiten – hier definiert man, welche Inhalte das Kind sehen soll/darf und welche nicht
  • Unterbinden von Programminstallationen – verhindert Downloads von Software
  • Beschränkung der Surfzeit

 

Zum letztem Punkt muss ich nicht viel sagen, aber ich bin ein großer Befürworter der zeitlichen Beschränkung. Klar weiß ich aus eigener Erfahrung, wie “ungünstig” es sein kann, wenn die eigene Onlinezeit zu einer vorbestimmten Uhrzeit endet. Stellt Euch vor, Ihr sitzt in einem Internet-Cafe und habt exakt 30 Minuten Zeit, Eure E-Mails zu checken und vielleicht darauf zu antworten. In Minute 29 entdeckt Ihr eine ganz wichtige, leider seeehr lange Mail und – tata – die Zeit ist um, der PC trennt die Internetverbindung und zeigt kunterbunte Werbebanner…

Ähnliches könnte dem Kind ja nun passieren, während es sich gerade bei Wikipedia über die artgerechte Haltung von Kurzhalsgiraffen informiert oder mittels Berechnungstool eine Gleichung mit zwei Variablen lösen möchte. Dann hilft leider die beste Internetsperre nichts, sie schadet in diesem Fall eher. Was ich damit sagen möchte: Kindersicherungen fürs Internet sind sicher eine feine Sache, allerdings nur als Unterstützung betrachtet. Vielmehr sind wir als Eltern in der Pflicht, die Kinder über die Gefahren im Internet aufzuklären und sie auch hin und wieder zu kontrollieren.

Sicher muss man dem Kind nicht die ganze Zeit über die Schulter schauen, während es im Internet surft, aber gelegentlich sollte man das vielleicht tun. Sei es nur, um Interesse daran zu symbolisieren. Und für alle anderen (unbeobachteten) Gelegenheiten kann man ja auf Kindersicherungs-Software zurückgreifen, die es sogar als Freeware gibt, also vollkommen kostenlos!

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