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Mir kann man keinen Bären aufbinden

DSC00235Geht es Euch auch so und Ihr werdet regelmäßig von selbsternannten Vermögensberatern “belästigt”? Offensichtlich kann man in diesem Beruf viel Geld machen, denn immer mehr Menschen wechseln in diese Branche. Was mich daran stört, es sind Leute mit eigentlich ganz anderer Ausbildung, die mal eben im Schnelldurchgang umschulen. So rief mich letztens ein ehemaliger Klassenkamerad an, und meinte, dass man sich ja mal wieder treffen könnte. Er lud sich dann direkt zu mir nach Hause zum Kaffeetrinken ein…

Pünktlich zum vereinbarten Termin erschien er auch und begann erstmal ganz belanglos mit Small-Talk. Er erzählte unter anderem, dass er nach dem Abi Fliesenleger gelernt hätte und in dem Beruf auch tätig gewesen sei. Irgendwann landete dann mal ganz dezent eine Broschüre auf dem Kaffeetisch und das Gespräch verlief immer mehr in Richtung meiner Finanzen bzw. Versicherungen. Eigentlich kümmere ich mich darum selbst, weil ich viel davon verstehe, aber nun wollte ich mir doch mal den Spaß machen, einen ehemaligen Handwerker meine Geldangelegenheiten prüfen zu lassen. Erste Verständigungsprobleme traten dabei schon bei der Erfassung meiner vorhandenen Verträge auf. Wohin soll das führen, wenn ich schon erklären muss, was das überhaupt für ein Vertrag ist und wozu ich den abgeschlossen hätte?

Nun gut, es wurden also alle Daten erfasst und der Herr verabschiedete sich dann, um mehrere Wochen an meiner Vermögensanalyse zu basteln. Diese wurde mir anschließend präsentiert, unterlegt mit ganz vielen – wenig aufschlussreichen – Grafiken. Schade natürlich, wenn man nicht erklären kann, was die tollen Auswertungen eigentlich aussagen sollen. “Ja, das hier ist dein Rentenloch, da musst du was tun.” Ah ja, wie ermittelt man das denn? “Das macht der Computer…” Toll, was der alles kann. Jedenfalls war das Ergebnis seiner kompletten Analyse, dass meine vorhandenen Verträge fast ausnahmslos nicht mehr zeitgemäß seien und ich diese unbedingt loswerden müsste, um neue abschließen zu können. Verständlich, wenn man weiß, wie Vermögensberater ihr Geld verdienen…

Nachdem ich all meine Lebens-, Renten- und sonstige Versicherungsverträge erfolgreich unter persönlichen Bestandsschutz gestellt hatte – wer schon mal so einen Vermögensberater im Haus hatte, dürfte wissen, wie hart dieser Kampf ist – sah er seine einzige Chance in der Autoversicherung, nicht zuletzt, weil unserer ganz eigener Fuhrpark vor der Haustür stand und er da wohl das große Geld witterte. Tja, aber auch da erwischte er mich auf dem falschen Fuß, denn seit jeher führe ich jährlich selbst einen Kfz-Versicherungsvergleich durch. Außerdem hatte er sich da auch bei den Vertragsbestandteilen ein wenig vergriffen, denn dank einer gesetzlichen Regelung für die Autoversicherungskündigung kann man nicht einfach mal so die Versicherung wechseln, wenn es einem gerade passt. Vielmehr geht das nur zum Jahresende (Stichtag 31.12. dürfte jeder schon mal gehört haben) oder auch, wenn man das Fahrzeug wechselt – sprich: sich ein neues zulegt. Ansonsten kommt man aus einer bestehenden Versicherung nur raus, wenn der Beitrag erhöht wird – in diesem Fall hat man ein Sonderkündigungsrecht.

Die Beratung endete – ich wusste es bereits vorher – ohne einen Vertragsabschluss und sicher auch ohne Wiedersehen. Ich weiß leider nicht, ob er in dem Beruf noch tätig ist oder inzwischen wieder Fliesen legt (was ich hoffe, sofern er das besser kann). Und für alle, die noch wissen möchten, wie günstig Auto versichern über das Internet geht, verweise ich auf meine früheren Beiträge zu diesem Thema. In diesem Sinne: lasst Euch nichts aufquatschen, und wenn doch, stellt vorher gescheite Fragen und lasst die Antworten mit in Eure Entscheidungsfindung einfließen…

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