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Bescheid(wissen) über Grunderwerbsteuer

IMG_2758[1]Vor einer Woche habe ich in einem Artikel schon über den Boom von Fertighäusern berichtet, siehe hier. Tatsächlich ist es ja so, dass diese in den Katalogen der Anbieter immer nicht nur recht gut aussehen, sondern auch mit Preisen beworben werden, zu denen man nicht Nein sagen kann. Ein schlüsselfertiges Haus für 180.000 Euro – klingt für sich gesehen doch nicht schlecht oder? Schön wärs, denn vor dem Hausbau kommt in den meisten Fällen erst der Grundstückskauf. Denn ohne eigenes Grundstück kann der Traum vom Haus nicht wahr werden…

Besonders aufpassen – bzw. gut kalkulieren – muss man übrigens, wenn man das Grundstück direkt zusammen mit dem Fertighaus erwirbt. Häufig bieten Bauträger bzw. Vermittler von Fertighäusern ein “Komplettpaket” an und vermitteln neben dem Haus auch gleich noch das passende Grundstück. Das ist natürlich praktisch, hat allerdings einen (steuerlichen) Nachteil: Die Grunderwerbsteuer. Diese zahlt man bei jedem Grundstückskauf. Je nach Bundesland beträgt diese Steuer zwischen 3,5% und 6% und wird auf den Kaufpreis des Grundstücks berechnet. Einfaches Beispiel: Das Grundstück kosten 50.000 Euro, in Sachsen zahlt man darauf (nur) 3,5% Grunderwerbsteuer. Macht also 1.750 Euro, die das Finanzamt haben möchte.

Schließt man den Kaufvertrag über Grundstück und Fertighaus nun in einem einzigen Notarvertrag (= Bauträgervertrag) ab, erhöht sich die Grunderwerbsteuer erheblich. Sie wird dann nämlich nicht nur auf den eigentlichen Grundstückspreis berechnet, sondern auf den kompletten Hauspreis inklusive Grundstück. Um beim Beispiel zu bleiben. Grundstück 50.000 Euro zuzüglich 180.000 Euro Kosten für das schlüsselfertige Fertighaus – damit erhält man eine Bemessungsgrundlage von 230.000 Euro. Berechnet man nun darauf die 3,5% Grunderwerbsteuer ergibt sich eine fällige Zahlung von 8.050 Euro, die das Finanzamt umgehend einfordern wird.

Tja, und neben der Grunderwerbsteuer fallen außerdem noch jede Menge andere Baunebenkosten an, wie nachfolgende Aufzählung eindrucksvoll darlegt:

  • Notarkosten und Kosten des Grundbucheintrags
  • Vermessungskosten
  • Architekt und Statiker
  • Hausanschlusskosten (Wasser, Strom, ggf. Gas)
  • Bauleistungs- und Bauherrenhaftpflichtversicherung
  • ggf. Kosten für Bodengutachten
  • Baugenehmigung

wobei man erwähnen muss, dass ein Teil dieser Kosten in einem Bauträgervertrag bereits enthalten sind und man diese nicht nochmals einkalkulieren muss. Aber die 180.000 Euro aus dem schönen bunten Katalog werden niemals den tatsächlichen Kosten nach Bauabschluss entsprechen. Wenn das doch nur alle Bauherren bedenken würden, bevor sie einen Vertrag unterschreiben…

One Response to “Bescheid(wissen) über Grunderwerbsteuer”

  1. Danke für den Tipp! Viele Dinge bedenkt man gar nicht so, wenn man Haus bauen will oder noch weniger wenn man sich ein Fertighaus kaufen möchte.

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