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Online Mahnverfahren

B-878688_logoDass die Deutschen als ziemlich geizig gelten, ist bekannt, obwohl viele diese Eigenschaft gern auch unter “sparsam” abtun. Mag ja so gesehen etwas Positives sein. Aber dass sehr viele Deutsche ihre Rechnungen erst dann bezahlen, wenn die erste Mahnung eingeht, ist dann wohl doch schon nicht mehr so positiv hervorzuheben. Klar, man kann mal die ein oder andere Zahlung vergessen, weil die Rechnung in der falschen Ablage gelandet ist oder man beim Onlinebanking mal eben die Bestätigung der Überweisung vergisst – das ist wahrscheinlich jedem (einschließlich mir) schon mal passiert. Aber dass man pauschal auf die Mahnung wartet, bevor man zahlt, ist meiner Meinung nach nicht mehr normal und hat auch nichts mehr mit Sparsamkeit zu tun.

Betrachtet man nämlich mal die Seite desjenigen, der auf die Zahlung wartet, sieht die Sache überhaupt nicht mehr gut aus. Mitunter sind schon einige Firmen an eben dieser schlechten Zahlungsmoral ihrer Kunden gescheitert. Händler zum Beispiel gehen in Vorkasse: Sie müssen die Ware erst selbst kaufen, um sie dann an Kunden weiterverkaufen zu können. Und wenn diese “Kunden” dann nicht oder extrem verzögert bezahlen, kann der Händler gar keine neue Ware mehr kaufen und anbieten. Schon mal darüber nachgedacht?

Auch ich selbst bin mit meinem Blog schon mal an einen zahlungsunwilligen Auftraggeber geraten. Er hatte bei mir eine Werbung gebucht, nicht wirklich ein großer Geldbetrag für ihn, für mich schon. Kleinvieh macht auch Mist. Jedenfalls fand er eben diese Werbung auf meinem Blog ganz toll und gelungen und bedankte sich für die schnelle Umsetzung des Auftrags. Als ich reichlich 14 Tage nach Abschluss noch keinen Zahlungseingang verzeichnen konnte, fragte ich mal ganz vorsichtig nach, was damit wäre. Ach ja, hätte man vergessen und das Geld käme natürlich sofort. Als es sich bei diesem “sofort” wiederum um etliche Tage handelte, schickte ich vorsorglich eine Mahnung per Mail. Reaktion darauf: Keine! Na gut, ich bin ja geduldig und Mails landen manchmal im Spam-Ordner. Also nochmal eine freundliche Mail samt Mahnung hinterher – dieses Mal mit Übermittlungsbestätigung. OK, angekommen. Antwort Fehlanzeige.

Ganz ehrlich, an diesem Punkt hätte ich meine paar Euro abgeschrieben, wenn mich da nicht eine gute Bekannte darauf hingewiesen hätte, dass man Mahnverfahren auch online einleiten kann. Bisher ging ich davon aus, dass man dazu jede Menge Formulare ausfüllen und diese beim Amtsgericht einreichen muss. Das wäre mir zu viel Mühe gewesen (und der Auftraggeber ging sicherlich auch davon aus). Aber online ist das extrem einfach: Zuerst prüft man, ob alle Voraussetzungen gegeben sind:

  • Die Forderung muss begründet sein und eine ordnungsgemäße Abrechnung darüber vorliegen – war in meinem Fall so, ich hatte die vereinbarte Werbung veröffentlicht und eine Rechnung an den Auftraggeber geschickt.
  • Die Forderung darf nicht von einer noch ausstehenden Leistung abhängig sein und
  • Der Schuldner muss sich mit der Zahlung in Verzug befinden – durch mehrfache Fristsetzung zur Zahlung war er das.

Treffen diese Punkte zu, füllt man ein kurzes Formular aus, in dem unter anderem natürlich der Schuldner samt Adresse und Details zur Forderung (insbesondere Zahlbetrag) anzugeben sind. Alles Weitere übernimmt dann das Inkassounternehmen. Achso, bezüglich der Kosten: Man geht beim Antrag auf Mahnbescheid in Vorleistung. Ich habe damals ca. 25 Euro für das Mahnverfahren gezahlt. Allerdings wird eben dieser Betrag vom Schuldner mit eingezogen, also zusätzlich zum angemahnten Rechnungsbetrag. Letztendlich bleibt man auf den Kosten im Optimalfall nicht sitzen und freut sich nach einigen Tagen oder Wochen, dass der Schuldner doch noch gezahlt hat und kann diesen kleinen “Triumph” feiern.

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