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Ich und das Fahrrad…

April 8th, 2014 Posted in Lifestyle & Mode Tags: , , , , ,

…oder das Fahrrad und ich. Ich kann mich noch recht gut an meine Jugend erinnern – auch wenn diese noch nicht sooo lange her ist – aber ein paar Jahre sind es nun doch schon. In meiner Schulzeit habe ich das Fahrradfahren geliebt, im Gegensatz zu heute. Und das, obwohl der Start auf zwei Rädern alles andere als glatt lief.

Radfahren gelernt habe ich auf dem kleinsten zu DDR-Zeiten verfügbaren Fahrrad. Das war damals ein sogenanntes 20er, wesentlich größer als die heutigen Kinderfahrräder. Dementsprechend spät konnte ich auch meine ersten Versuche starten; ich tippe mal so auf das Schulanfangsalter.

Jedenfalls habe ich beim Radeln lernen immer darauf bestanden, dass mein Vati mich bzw. mein Rad am Gepäckträger festhält, damit ich bloß nicht umstürze. Das hat er auch zig Male tatsächlich gemacht, bis er nicht mehr hinterher kam oder wollte. Jedenfalls ließ er irgendwann los und ich fuhr und fuhr und fuhr…

Exakt so lange, bis ich merkte, dass ich ohne Hilfe vollkommen allein unterwegs bin. In genau diesem Moment stürzte ich – ob ungewollt oder absichtlich, kann ich heute nicht mehr sagen – und es begann ein mächtiges Geschrei und Geschimpfe. Wie konnte er mich auch allein fahren lassen, ohne weiterhin als Stütze zu dienen?

Wahrscheinlich konnte ich ab dem Tag endlich Fahrrad fahren und machte davon fortan nahezu täglich Gebrauch. Schon allein, um in die Schule oder nachmittags zu Freunden zu gelangen. Früher konnte man problemlos auch noch auf den Straßen fahren, die Trabis waren nicht wirklich gefährlich und waren auch eher gemächlich unterwegs.

Wann sich meine Vorliebe zum Radfahren ins Gegenteil kehrte, weiß ich nicht mehr. Heute fahre ich so gut wie gar nicht mehr, obwohl mir ein recht gutes Mountainbike zur Verfügung steht. Noch schlimmer: Ich ertappe mich auch regelmäßig, wie ich mich über Radfahrer aufrege, die auf der Landstraße unterwegs sind oder kreuz und quer durch die Stadt schießen, ohne auf Regeln zu achten.

Am allerschlimmsten finde ich die Möchtegern-Profis, die meist ohne Helm, dafür aber erkennbar durch eine gut gepolsterte lange Radhose auf ihren zwei Rädern durch die Gegend schießen. Diese Hosen sind sicher sehr bequem für das Hinterteil, nur wirken sie gerade an Männern auf mich sehr amüsant – schon allein aufgrund des figurbetonenden Schnittes Zwinkerndes Smiley

Und wenn die Leute auf ihren Fahrrädern schon fahren müssen, als würde sie jemand antreiben, dann sollen sie doch bitte wenigstens einen Helm tragen. Damit schützen sie nicht nur sich sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Wahrscheinlich ist denen gar nicht bewusst, dass sie bei einem Unfall – sogar wenn durch sie selbst verschuldet – immer auch den anderen Unfallbeteiligten mit in Schwierigkeiten bringen.

Mir ist vor einigen Jahren mal ein Schüler samt Fahrrad übers Auto gesprungen, weil er es aufgrund seiner rasanten Fahrt einfach nicht gesehen hat. Er kam auf mich zu gerast, ich hielt das Auto an und in dem Moment flog er schon auf die Windschutzscheibe. Er hat sich glücklicherweise nicht wirklich viel getan, wahrscheinlich hatte er Gummiknochen.

Jedenfalls durfte ich mir bei der Unfallaufnahme durch die Polizei anhören, dass ich mich unter Umständen wegen Körperverletzung verantworten müsse. Da bleibt einem der Mund offen stehen, wenn man sowas gesagt bekommt. Man sitzt im Auto, kann nicht ausweichen und so ein ??? – mir fehlt das Wort – beachtet keine Einbahnstraßenregelungen und rast ,als wäre er der Einzige auf der ganzen Straße. Ja, und wenn der sich dann verletzt, bin ich in meinem stehenden Auto schuld?

Tolle Gesetze haben wir da. Aber aus diesem Vorfall habe ich gelernt: Fußgänger und Radfahrer dürfen in Deutschland alles. Und wehe, man trifft einen davon aus Versehen mit dem Auto. Dann ist man von Vornherein schuldig, egal was war…

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