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Abwasser in der Donau

October 24th, 2013 Posted in Business & Wirtschaft Tags: , , , , ,

Wie einige vielleicht mitbekommen haben, waren wir die letzten Tage in Ungarn im Urlaub. Genauer gesagt waren wir in Budapest und haben von dort aus verschiedene Ausflüge gestartet. So zum Beispiel zu Verwandten in einem typischen ungarischen Dorf. Dort kennt Jeder jeden und man wird als Besucher schon angekündigt, sobald man das Ortseingangsschild erreicht.

Eigentlich ist das Dorf sehr idyllisch, direkt an der Donau gelegen. Da haben wir es uns natürlich auch nicht nehmen lassen, mal auf der “Promenade” spazieren zu gehen, um die vorbeifahrenden Schiffe zu sehen. Meine Tochter interessierte sich am meisten für die vielen Angler und deren Fänge. Während sie also feststellte, dass sie sich mit denen nicht verständigen kann, weil sie kein Deutsch sprechen, entdeckte ich am Donau-Ufer jede Menge Unrat und vor allem ganz viel Schaum. An manchen Stellen sah es bald aus wie in einem Schaumbad.

Die Ursache war schnell gefunden: Das ist tatsächlich Abwasser aus der Industrie. Was in Deutschland undenkbar wäre, ist hier Normalität. Verschmutztes Wasser wird einfach in die Donau geleitet ohne jegliche Filterung oder sonstige Bearbeitung. Ja und genau so sieht es dann an diesen Stellen und der Umgebung auch aus. Der Anblick war ein wenig erschreckend, schließlich spielten nur wenige Meter weiter einige Kinder in dem Wasser und an anderer Stelle standen wie gesagt etliche Angler. Ich will nicht wirklich wissen, womit das Wasser und damit auch die Fische belastet sind.

Auch mein Mann war entsetzt, schließlich kennt er aus der Firma, für die er arbeitet, die strengen Auflagen zur Abwasser- und Abgasreinigung. Deutsche Unternehmen investieren jedes Jahr viel Geld in solche Anlagen, um den immer strengeren Anforderungen gerecht zu werden. Fachkräfte wie die des Dresdner Unternehmens das-deutschland.de installieren Anlagen zur Abwasser- und Abgasreinigung und warten diese regelmäßig. Ja und in Ungarn? Da scheint man so etwas entweder nicht zu kennen oder nicht zu brauchen.

Ich frage mich da eigentlich nur noch, welchen Sinn das Ganze dann macht, wenn nicht alle an einem Strang ziehen. Die Luft vermischt sich doch früher oder später. Ebenso das Wasser, es fließt in Ozeanen zusammen. Der Dreck und Unrat bleibt also nicht in dem achso idyllischen kleinen Dorf an der Donau. Schade eigentlich, dass sich dort niemand darüber den Kopf zerbricht. Es schien keinen zu interessieren, sonst hätten sich die Leute vor Ort sicher anders verhalten. Für sie ist das eben Normalität und sie kennen es wohl nicht anders. Bin ich froh, dass ich in Deutschland wohne…

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