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Prozente in Blindenschrift

Gestern habe ich Euch ja eine Kommode präsentiert, die mir für das Kinderzimmer sehr gut gefallen würde. Mein Mann stimmt dieser Wahl grundsätzlich zu, hat sich allerdings ein wenig beim Preis erschrocken. Gut, das kann man sehen wie man will. Ich finde ihn akzeptabel.

Gleichzeitig fiel mir in diesem Moment aber auch eine Reportage ein, die ich vor einiger Zeit mal im Fernsehen geschaut hatte. Dabei ging es um die großen Möbelhausketten und die eher kleinen regionalen Anbieter mit einem Möbelhaus vor Ort.

Die großen Ketten werben sehr aggressiv und locken die Kunden mit (angeblichen) Preisvorteilen in ihre Warenhäuser. Da werden ja Nachlässe von 50 Prozent und teilweise noch mehr versprochen. Klar, solche Versprechungen wirken und kein Käufer käme auf die Idee, daran zu zweifeln.

Die TV-Reporter haben diese sensationell klingenden Prozentaktionen einfach mal verglichen mit einem eindeutigen Ergebnis. Sie haben sich in einer großen Möbelkette ein Angebot für eine Küche rechnen lassen und das gleiche nochmal in einem örtlichen Möbelgeschäft wie so einem, was Ihr unter diesem Link findet. Ihr wollt nicht wissen, was dabei rausgekommen ist…

Ich sage es Euch trotzdem: die große Kette rechnete vom angeblichen Listenpreis ihren super tollen Rabatt runter. Das klingt doch toll, wenn man als Kunde mal eben 30 Prozent Nachlass erhält und nicht mal danach fragen muss. Heraus kam ein Preis von ca. 10 T€. Das kleine Möbelgeschäft rechnete ganz normal ohne irgendwelche Rabatte und kam auf einen deutlich geringeren Preis.

Kein Scherz! Der Haken an der Sache: Die Möbelkette gewährt den Preisnachlass nur, wenn man sofort zuschlägt. Von wegen Angebot mit nach Hause nehmen und vielleicht nochmal drüber schlafen oder wohlmöglich einen Vergleich machen – Fehlanzeige. Das kleine Möbelgeschäft macht dies möglich. Ein Angebot gilt mindestens eine Woche, häufig sogar länger. Man hat also genug Zeit, darüber nachzudenken und doch noch einen günstigeren Preis zu finden.

Ich konnte das Ganze aus dem Fernsehen eigentlich nicht glauben und habe es deshalb selbst ausprobiert. Ich bin ja Testkäuferin und mache sowas gern. Also auf zu einem riesigen Möbelhaus an der Autobahn und Angebot für einen Einbauschrank geholt. Es lag im vierstelligen Bereich. Direkt im Anschluss bin ich bei uns im Nachbarort in einen eher bescheidenen Möbelladen gegangen und habe mir dort für den gleichen Schrank ebenfalls den besten Preis geben lassen. Nun, der war dreistellig und zusätzlich noch Lieferung und Montage inkludiert.

Was soll ich dazu sagen? Dieser Schrank steht jetzt bei uns im der Essecke. Geliefert und fachgerecht aufgebaut von zwei sehr netten Monteuren aus dem Nachbarort. Ich bin jetzt sehr vorsichtig, wenn der nächste Möbelprospekt wieder ins Haus flattert und mit tollen Prozentzahlen in Blindenschriftgröße wirbt. Man lernt nie aus, und ich habe gelernt, dass sich ein Vergleich selbst beim Möbelkauf lohnt.

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