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Mit Essen spielt man nicht

PlaymaisDen Spruch "mit Essen spielt man nicht" bekommt man nicht nur als Kind oft zu hören. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich früher die Buchstaben aus der Suppe sortierte, um damit am Tellerrand Wörter oder sogar ganze Sätze zu schreiben. Diese wollte nur keiner außer mir lesen und ich hörte mal wieder den obigen Spruch.

Heute als Mutter verwende ich ihn selbst recht häufig, wenn meine Tochter aus einer Banane mal wieder Regenwürmer modelliert oder Löcher in den Käse beißt, um anschließend wahlweise durchzuschauen oder ihre Zunge durchzustecken. Klar ist das lustig und irgendwie regt es auch die Fantasie an – abgesehen davon, dass ich mir teilweise kaum das Lachen verkneifen kann, aber wie gesagt:

Mit Essen spielt man nicht!

ABER: es gibt Ausnahmen! Wie wäre es denn mit Playmais? Mais ist essbar, play heißt übersetzt Spielen. Also Mais zum Spielen… Den gab es zu meinen Buchstabensuppen-Stocherzeiten noch nicht, dafür aber jetzt. Entdeckt habe ich ihn im Kindergarten meiner Tochter, sonst würde ich ihn wahrscheinlich bis heute nicht kennen.

Wie der Name schon sagt, besteht Playmais aus Mais. Aufgepufft oder wie man das nennt. Sieht aus wie Schaumstoffteilchen, fühlt sich auch so an. Und hat optisch viel gemeinsam mit dem Füllmaterial, das man in vielen Paketen oder Päckchen zwischen der eigentlichen Ware findet. Nur ist Playmais eben aus Mais und damit essbar. Es schmeckt nur nicht, weil im Gegensatz zu Popcorn kein Zucker bei der Herstellung verwendet wird.

Was den Playmais aber auf jeden Fall vom Polstermaterial in Paketen unterscheidet, ist seine Farbe, denn er ist bunt. Gefärbt mit Lebensmittelfarbe, die fast das ganze Farbspektrum eines Regenbogens wiedergeben kann. Und so gibt es Playmais inzwischen auch schon in sortierten Sets: weiß/rosa als Prinzessinnen-Baukasten oder gelb/braun/grün zum Nachbau des Dschungels samt Bäumen. Wie wäre es denn mit einer Unterwasserwelt samt Fischen? Auch dafür gibt es ein Bastelset, geeignet allerdings erst für Kinder ab 5 Jahren.

Da wären wir auch schon beim nächsten Thema, denn meine Tochter ist drei. Bewusst habe ich ihr verschwiegen, dass man Playmais im Notfall essen könnte, sie würde davon definitiv Gebrauch machen. Allerdings ist es natürlich praktisch, dieses (geheime) Wissen als Mutter zu haben, denn so kann man schon mit kleineren Kindern basteln, ohne sich um ihre Gesundheit Sorgen machen zu müssen. Von daher kann ich Playmais bedenkenlos für Kinder ab etwa 18 Monaten empfehlen.

Was macht man damit?

Nun, da gibt es etliche Anwendungsmöglichkeiten, abgesehen vom essen bei Nahrungsknappheit. Gedacht ist Playmais zum Basteln von Figuren aller Art. Deshalb wird praktischerweise mit jeder Packung gleich ein Plastikmesser mitgeliefert, damit man die Einzelteile auf die gewünschte Form zuschneiden kann. Oder eben alles in kleine Scheibchen – diese Variante bevorzugt meine Tochter. Sie glaubt wahrscheinlich, das Messer ist das eigentliche Spielzeug in diesem Set, der Playmais nur Beigabe. Keine Angst, das Messer ist nicht scharf und kann keine nennenswerten Verletzungen zufügen, es entspricht in etwa einem Einwegmesser bei einer Grillparty – man kann froh sein, wenn man damit einmal durch die Bratwurst kommt…

Figuren entstehen, in dem man die (ggf. zugeschnittenen) Einzelteile aneinanderklebt. Das funktioniert ganz ohne Leim, denn Playmais klebt durch die im Mais enthaltene Stärke einfach so, wenn man ihn ein wenig feucht macht. Und zwar überall! Deshalb niemals die Kinder allein damit lassen, schon gar nicht, wenn sie auch Zugriff auf Wasser haben. Man könnte bei der Rückkehr sonst schnell Wandtattoos in 3D-Optik vorfinden oder einen neuen kuschelweichen Bodenbelag. Und beides lässt sich nur schwer rückstandslos entfernen, denn Lebensmittelfarbe ist wasserlöslich und verbindet sich gern mit Tapete oder Teppich, wenn sie mit diesen in Kontakt kommt. Natürlich auch mit bastelnden Kinderfingern, von denen sie aber mit ein wenig Seife problemlos abgewaschen werden kann.

Basteln mit PlaymaisAuf dem Foto links seht Ihr mal, welche Ergebnisse bei unserem Playmais-Bastelnachmittag entstanden sind. Da auch der Papa großen Gefallen an diesem Material gefunden hat, haben wir wenigstens ein vorzeigbares Modell zu präsentieren: ein kleines Männlein. Meine Ente bzw. der Versuch, eine zu basteln, kann dagegen einpacken, ebenso wie die kunterbunten Häufchen meiner Tochter, die allesamt etwas darstellen, was es nur in der Kinderfantasie gibt. Ich bin ja ohnehin bekennender Kunstbanause…

Einen Tag später hat sie sich aber Playmais nochmal heimlich geangelt und durch Zufall festgestellt, dass er nach Anlecken hervorragend auf Papier haftet (PS: es hat lange gedauert, ihr zu erklären, dass dieser Effekt nicht durch ihre klebrige Spucke entsteht, sondern auch mit Wasser möglich gewesen wäre). Jedenfalls entstand in diesen wenigen Minuten meiner Aufsichtspflichtverletzung ein ganz tolles Kunstwerk, das es so sonst wahrscheinlich nie gegeben hätte: ein handgemaltes Bild mit Playmais-Verzierung. Selbst mir gefällt das Werk ausgesprochen gut und hat auch schon einen Platz in meiner Sammlung gefunden.

Lust bekommen, selbst mal mit Playmais zu basteln? Ich kann es nur empfehlen, es macht auch in größeren Gruppen zum Beispiel im Kindergarten viel Spaß. Zu bekommen ist das recht preiswerte Bastelmaterial im gut sortierten Spielwarenhandel oder ganz fix auch über duborg-toys die auch viele der erwähnten Sets im Angebot haben. Am besten gleich auf Vorrat kaufen, denn Playmais kann man nie genug im Haus haben…Collage aus Playmais

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