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Heimarbeit und Produkttester

KugelschreibermontageKennt Ihr auch die Anzeigen aus Tageszeitungen: "Geld verdienen durch Kugelschreibermontage", "Leichte Heimtätigkeit für jedermann" oder "Reich werden als Produkttester"? Diese oder ähnliche Texte findet man wirklich in fast jeder Zeitung. Inzwischen sollte doch jeder wissen, was tatsächlich dahintersteckt oder? Aber die Häufigkeit solcher Annoncen spricht leider dafür, dass nach wie vor noch genügend Menschen darauf hereinfallen – ein lohnendes Geschäft also.

Doch gibt es das überhaupt, eine seriöse Heimarbeit, bei der man wirklich etwas verdient? Eins vornweg: ja sowas gibt es. Aber man erhält dafür keinesfalls hunderte oder tausende Euro im Monat, wie es immer versprochen wird. Und: man muss dazu nicht unzählige Euro investieren, um dann festzustellen, dass man Betrügern aufgesessen ist. Sobald jemand Geld von Euch verlangt, um Euch eine Idee für eine Heimarbeit zu präsentieren, sollten bei Euch die Alarmglocken schellen: Hände weg davon!

Geld verdienen mit Umfragen

Das ist ausnahmsweise mal eine Heimarbeit, die tatsächlich funktioniert. Man registriert sich online bei einem Marktforschungsinstitut. Dabei muss man recht viele Daten preisgeben, schließlich werden Umfragen häufig bei bestimmten Zielgruppen durchgeführt, also beispielsweise nur bei Hausfrauen mit zwei Kindern, einem japanischen Kleinwagen und acht Hamstern. Fällt man zufällig in dieses Raster wird man schon bald zur ersten Umfrage eingeladen und kann sich dann durch teilweise ellenlange Fragebögen klicken. Wenn man Glück hat. Andernfalls bekommt man nach zig Auswahlfragen mitgeteilt, dass man nun doch nicht ins Beuteschema passt und die Befragung leider vorzeitig beendet wird. Natürlich ohne Aufwandsentschädigung.

Es mag jetzt vielleicht so klingen, als würde mir diese Variante des Geldverdienens nicht gefallen – dem ist nicht so. Ich liebe Fragebögen aller Art und nehme selbst hin und wieder an einer Online-Umfrage teil. Man sollte sich nur nicht die Mühe machen, mal den Stundenlohn dafür auszurechnen. Denn während man Frage für Frage lesen, verstehen und beantworten muss, vergeht oft unglaublich viel Zeit. Letztendlich hat man dann vielleicht eine halbe Stunde zur Beantwortung benötigt und bekommt dafür gerade mal wenige Euro, wenn überhaupt. Mit ein wenig Glück erhält man aber auch ein Testprodukt, das man beurteilen soll. Da wären wir gleich bei meinem Lieblingsthema:

Reich werden als Produkttester

Ein Traum oder? Man wird von den Firmen mit Testprodukten aller Art überschüttet. Staubsauger, Handys, Kinderwagen, Spielzeug, Getränke und Lebensmittel, Wasch- und Reinigungsmittel und natürlich Kosmetik – eigentlich alles, was das Herz begehrt. Die Produkte testet man dann auf Alltagstauglichkeit oder auch Verträglichkeit und gibt dem Hersteller ein möglichst ehrliches Feedback: was gefällt, was sollte verbessert werden usw.

Wohl jeder von uns hat sicher mindestens schon an einem solchen Test teilgenommen. Sind wir reich geworden? Wohl eher nicht. Höchstens an Erfahrung. Man erhält "nur" ein Produkt, nur in ganz wenigen Fällen eine geringe Aufwandsentschädigung. Man bereichert sich also lediglich materiell. Aber Achtung, denn genau das hat einen ganz großen Haken: steuerrechtlich versteht man unter einer Einnahme Geld- und Sachwerte. Wer sich nun in Form von Testprodukten vergüten lässt, muss genau diese auch dem Finanzamt gegenüber erklären und mitunter Steuern darauf bezahlen.

Das ist vielen Testern nicht bewusst und einige ignorieren dies auch einfach. Um es mal an einem Beispiel zu verdeutlichen: wer jeden Tag ein Produkt im Wert von 20 Euro zum Testen erhält, hat in einem Monat schon mal eine Einnahme von 600 Euro. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das eine stolze Summe. Die kann zum Einen zu Problemen mit Ämtern führen, wenn man Sozialleistungen erhält und das "Nebeneinkommen" mal eben unterschlägt. Zum Anderen lösen Einnahmen in dieser Höhe beim Zusammentreffen mit anderen Einkunftsarten wie Arbeitslohn auch Einkommensteuer aus – sofern man sie pflichtbewusst in der Steuererklärung angibt. Das kann ich jedem nur raten, denn das Finanzamt entdeckt früher oder später jeden Steuersünder.

Ich könnte noch ewig weiterschreiben und Ideen für seriöse Heimarbeit aufzählen. Aber das muss ich gar nicht, denn es gibt die Internetseite heimarbeit-online, die genau das tut. Dort findet man eigentlich alles, was man zu diesem Thema wissen muss. Dabei natürlich Vorschläge, mit denen man tatsächlich den ein oder anderen Euro von zuhause aus verdienen kann. Aber auch abschreckende Beispiele, wie dieses hier:

Montieren von Kugelschreibern

Zurück zu den Kugelschreibern und deren Montage. Ich habe mir das Geschäftsmodell mal erklären lassen. Man kauft (natürlich gegen Vorkasse) ein Paket demontierter Kugelschreiber – also Hüllen, Kappen, Minen, Federn, usw. lose in einem riesen Karton. Diese bastelt man dann gemütlich am Küchentisch zusammen, um sie anschließend gewinnbringend zu verkaufen. Das klingt toll oder? Und so einfach. Gäbe es nur nicht den ein oder anderen Haken an der Sache:

  1. Wahrscheinlich gab es die Kugelschreiber als Sonderposten in Unmengen günstig bei Ebay und der Versender des Paketes hat sie billig erstanden und anschließend liebevoll in ihre Einzelteile zerlegt.
  2. Kein Mensch kauft per Hand montierte Kugelschreiber – sorry, aber das übernehmen in unserem Zeitalter längst Roboter oder Maschinen. Und dass man sich selbst um einen Abnehmer kümmern muss, erfährt man spätestens jetzt.
  3. Letztendlich bleibt man auf den tollen Kugelschreibern sitzen oder bietet sie wahlweise wieder als Schnäppchen bei Ebay an. In diesem Fall beginnt das Spiel von vorn und wenn man es immer noch nicht begriffen hat, bekommt man bald das nächste Paket mit Kugelschreiber-Einzelteilen…

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