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Label auf Reifen

Draußen schneit es sich gerade richtig ein und ich beobachte schon den ganzen Vormittag die armen Leute, die leider mit dem Auto unterwegs sein muss. Wie sie sich ihren Weg durch das Schneechaos bahnen und dabei normale Straßen verlassen (müssen), um voranzukommen.

Wir wohnen etwas abseits von einer gut befahrenen Staatsstraße, die ich aber einsehen kann. Dort geht gerade gar nichts mehr, weil (mindestens) ein Lkw darauf quersteht. Alle anderen Fahrzeuge weichen nun notgedrungen auf die winzige Straße durch unser Wohngebiet aus, die überhaupt nicht dafür vorgesehen ist – bei Gegenverkehr geht nichts mehr. Ihr seht, bei mir ist es wirklich spannend.

Ich freue mich ehrlich gesagt, dass ich da heute nicht mehr raus muss, zumindest nicht mit dem Auto. Zwar habe ich schon lange Winterreifen auf meinem Auto, aber bei solchen Witterungen fahre ich ungern und bin auch extrem unsicher. Beim letzten Reifenkauf ist mir zum ersten Mal übrigens das oben abgebildete Label aufgefallen, das kannte ich bisher nur von Waschmaschinen.

Nun da ich heute enorm viel Freizeit hatte, habe ich mich mal intensiver damit beschäftigt. Das Label zeigt die Informationen

  • Kraftstoffeffizienz und Rollwiderstand
  • Nasshaftung
  • externes Rollgeräusch

 

über den Reifen und soll so die Vergleichbarkeit erleichtern. Die ersten beiden Werte werden dabei in Kategorien von A bis G angegeben, wobei A dabei die und G die schlechteste Alternative darstellt. Das Rollgeräusch wird in Dezibel angegeben.

Ich gebe zu, dass alle drei Angaben für einen Winterreifen in Sachsen, insbesondere dem Erzgebirge, kaum von Bedeutung sind. Hier muss ein Reifen mit schnee- und eisglatten Fahrbahnen zurechtkommen, dabei dürfte fast jedem Fahrer egal sein, wie laut er dabei ist und ob es wohlmöglich dabei auch noch mehr Kraftstoff verbraucht, als ein “Asphaltflüsterer”.

Es kam vor kurzem auch eine Reportage über dieses Label im Fernsehen. Auch darin wurde der Nutzen des Reifenlabels dahingestellt. Mag sein, dass es vielleicht bei Sommer- oder Ganzjahresreifen nützlich sein kann, für Winterreifen ist es das nicht. Die drei verglichenen Angaben sind dafür leider völlig unsinnig.

Die Reifenhersteller sind durch eine EU-Verordnung seit November 2012 verpflichtet, jedem ihrer Reifen ein solches Etikett zu verpassen und vorher die Einstufung vorzunehmen. Jaja, das machen sie selber, dafür gibt es (noch) kein Amt oder keine Kontrollstelle. Kommt aber sicher noch, da bin ich mir sicher.

Nach und nach sollen dann die schlecht bewerteten Reifen – also die, welche in einer Kategorie mal ein G erwischt haben – aus dem Verkehr gezogen werden. Besser gesagt aus der Produktion. Was will man mit einem solchen Label erreichen? Nun, meiner Meinung nach ist es wie gesagt nichts wert. Die EU möchte damit den Verbraucher für das Thema Energieeffizienz sensibilisieren.

Man geht davon aus, dass ein Käufer natürlich viel lieber zu Produkten greift, die in allen Punkten positiv bewertet wurden, sei es mit grünen Farben beim Ampelsystem oder guten Buchstaben beim Kategoriesystem wie diesem hier. Dass dies funktioniert, haben die Verkäufe von Elektrogeräten in den letzten Jahren gezeigt.

Schauen wir mal, ob der Plan aufgeht. Ich widme mich bis dahin vorerst mal wieder dem Schneetreiben vor der Haustür und schaue mal bei den vorbeifahrenden Autos, wie der Rollwiderstand und vor allem das Rollgeräusch deren Reifen ist…

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