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Wohin mit den Kindern?

BällebadAb nächstem Jahr hat jedes Kind einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz – zumindest in der Theorie. Das hat die Regierung irgendwann einmal beschlossen und dabei wohl nur bedingt über die dafür nötigen Voraussetzungen nachgedacht. So fehlen nicht nur die Fachkräfte wie es in den Medien derzeit stark verbreitet wird sondern auch erstmal die Einrichtungen selbst.

Bei uns vor Ort ist die Situation wahrscheinlich recht entspannt. Das hat sicher auch geschichtliche Hintergründe, denn zu DDR-Zeiten gab es genügend Betreuungsplätze. Das Modell “Mann geht arbeiten, während Frau mit den Kindern zuhause bleibt” kannte man damals nicht. Und so wurden die kleinen Kinder jeden Tag in die Krippe gebracht, die größeren in den Kindergarten und später in Schule und Hort. Die Eltern konnten (oder mussten?) ganztags arbeiten, während ihre Schützlinge betreut worden. Auch wenn einige dieser Einrichtungen in den letzten Jahren mangels finanzieller Mittel schließen mussten, können sie nun kurzfristig wieder reanimiert werden.

Wir hatten vor einigen Jahren großes Glück mit der Wahl der Kindertagesstätte. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich nur ein reichliches halbes Jahr nach der Geburt zuhause bleiben und dann in den Beruf zurückkehren möchte. Einen Krippenplatz für ein Kind unter einem Jahr ist schwer zu bekommen – wir schnappten uns (drei Monate vor Geburtstermin) den einzig verfügbaren in unserer Wunsch-KiTa. Diese Wahl haben wir bis heute nicht bereut, die Betreuung ist tadellos. Und günstig noch dazu.

In der Schweiz sieht das ganze noch interessanter aus, denn dort kostet die Kinderbetreuung ein Vielfaches unserer Verhältnisse. Man kann sagen, dass nahezu das gesamte Einkommen eines Elternteils dafür ausgegeben werden muss. Da ist es schon ein Glücksfall, eine bezahlbare Tagesmutter oder Nanny zu finden. Kleiner Tipp am Rande (leider nur für Schweizer): einfach mal über das Vermittlungsportal betreut.ch nach einer passenden Kinderbetreuung suchen oder eine Anzeige aufgeben.

Wenn ich manchmal höre, wie viele Euro manche Eltern für die Betreuung ihrer Kinder zahlen (müssen), kann ich echt nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Wahrscheinlich haben wir regional und/oder angebotsbedingt einfach den Joker gezogen. Und auf die Entwicklung im nächsten Jahr bin ich gespannt, denn schließlich kann doch auch gar niemand vorhersagen, wie viele KiTa-Plätze dann überhaupt benötigt werden. Sicher hat die Politik dafür schon Statistiken vorbereitet, auf denen sie dann herumreiten kann, wenn die Plätze doch nicht reichen. Was nicht passt, wird passend gemacht…

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